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Fachserie Bustouristik
Fachserie Bustouristik
 
Die Fachserie Bustouristik  erschien in der Touristik aktuell und auf der Homepage des RDA und AAC e.V. im Jahr 2008 und wurde erstellt von Klaus-Peter Kaiser
Teil 1: Die Anfänge der Bustouristik
 
Das Wort "Omnibus" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "für alle". Der Omnibus wurde als ein Straßenfahrzeug zur Beförderung von acht oder mehr Personen definiert.
 
Die Entwicklung der Busreisen in der Bundesrepublik Deutschland lässt sich bis in die Zeit vor dem 1. Weltkrieg zurückverfolgen, wobei Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung mit dem Reisebus durch Verkehrsunternehmen durchgeführt wurden.
 
In den zwanziger Jahren wurde eine große Anzahl von Omnibusunternehmen gegründet, die sich wie die Pioniere mit Gelegenheitsverkehr, Ausflugsfahrten, Vereinsreisen u.a. befassten. Seit seiner Einführung in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts war der Omnibus das typische Verkehrsmittel für den innerstädtischen Linienverkehr.
 
Die Anfänge von organisierten Reisen lagen in den 20er Jahren. Vorreiter waren vor allem England, Frankreich und die USA. In Deutschland setzte der eigentliche Busreiseboom erst in den 50 Jahren zu einem regelrechten Nachfrageschub für Busreisen, begründet durch den enormen Nachholbedarf und begünstigt durch das sich abzeichnende Wirtschaftswunder. Mit dem Ausbau des Straßennetzes und der Autobahnen wurde eine Vorrausetzung für den Busfernverkehr geschaffen.
 
Technisch wurden die Reisebusse sehr schnell weiterentwickelt. Zu Beginn der fünfziger Jahre entwickelten schwäbische Bushersteller das Bauprinzip der slbsttragenden Gitterkonstruktion. Dadurch konnte der Reisekomfort für den Fahrgast erheblich verbessert werden. Das anfängliche breite, nur auf innerdeutsche Reiseziele ausgerichtete Angebot, wurde bald auch auf europäische Reiseziele bis nach Sizilien ausgeweitet. Vor allem die Busreisen nach Italien und Spanien wurden in den 50er Jahren zum Verkaufsschlager.
 
 
Teil 2: Entstehungen der Busfahrten
 
Das erste Jahrhundert Omnibusgeschichte ist geprägt von Fortschritt und Stillstand, Erfolgen und Rückschlägen, innovativer Triebkraft und starrem Beharren. Das Ergebnis von 100 Jahren Entwicklungsarbeit ist der heutige Omnibus – eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt.
 
In den zwanziger Jahren wurde eine große Anzahl von Omnibusunternehmen gegründet, die sich wie die Pioniere mit Gelegenheitsverkehr, Ausflugsfahrten, Vereinsreisen u.a. befassten. Mit dem Ausbau des Straßennetzes und der Autobahnen wurde eine Vorrausetzung für den Busfernverkehr geschaffen. Die Pionierarbeit von Otto Kässbohrer, der stromlinienförmige, leichte und schnelle Autobahnbusse konstruierte, trug zu einem wesentlichen Ausbau des Überlandverkehrs bei.
 
Am Anfang wurden nur innerdeutsche Reiseziele angefahren. Bald wurden auch Reiseziele nach Italien und Spanien angeboten, die in den 50er Jahren zum Verkaufsschlager wurden. Später kamen noch die Bildungs-, Studien- und Kulturreisen dazu.
 
Bereits im Jahre 1954 erreichte der Reisebus gegenüber den anderen Verkehrsträgern – knapp hinter dem Pkw und weit vor dem Flugzeug – einen Marktanteil von 17%.
 
Der Bus als Transportmittel hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ein touristisches Hauptverkehrsmittel in den ersten Jahren nach dem 2. Weltkrieg war, neben der Bahn, der Omnibus. Zwischen 1950 und 1960 hatte er mit rund 20 % Anteil einen großen Beitrag zum Reiseboom nach dem 2. Weltkrieg geleistet. In den Folgejahren war sein Anteil auf wenige Prozente zurückgegangen (1973 in Deutschland 5 %). Private PKW-Reisen und der aufkommende Flugtourismus hatten seine Bedeutung zurückgedrängt. Erst in den letzten Jahren hat er wieder etwas an Bedeutung gewonnen.
 
Der soziale Aspekt von Gruppenreisen, annehmbarer Komfort während der Fahrt, Flexibilität am Reiseziel und verstärkte Bemühungen der Busunternehmer haben das Image von Busreisen verbessert und ihren Anteil am Urlaubsreiseverkehr wieder auf ca. 10 % (1989) steigen lassen. Die Hauptbedeutung für Busunternehmen hat der Gelegenheitsverkehr (Ausflugsfahrten, Ferienziel-, Mietomnibusreisen) zu günstigen Preisen.
 
Teil 3. Die Bustouristik heute
 
Der Bus steht heute in einem zunehmenden Wettbewerb mit anderen Verkehrsmitteln wie Flugzeug oder Bahn. Die aktuelle angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland fördert zudem die Konsumzurückhaltung der Verbraucher, auch was das Reisen angeht.
 
Trotz allem konnte sich der Bus und die Bustouristik über die Jahrzehnte hinweg als attraktive Urlaubsform behaupten. In der Verkehrsmittelwahl bei den Busurlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer verzeichnet der Bus aktuell einen Marktanteil von 10%.
 
Vergangenes Jahr wurden 6,22 Mio. Busurlaubsreisen durchgeführt. Nach Schätzungen des RDA (Internationaler Bustouristik Verband e.V.) nutzen über 100 Mio. Gäste jedes Jahr den Reisebus als Verkehrsmittel für die Urlaubsreise.
 
In der vorwiegend klein- und mittelständigen aufgestellten Busbranche gibt es ca. 5.400 private Betriebe mit 61.000 Bussen und 65.000 Mitarbeitern. Ca. 1.100 Betriebe sind Busreiseveranstalter mit eigenem Fuhrpark. Die Umsätze der größten Veranstalter überschreiten die € 30 Millionen Grenze. Auf Deutschlands Straßen sind rund ca. 20.000 Reisebusse, 17.000 Linienbusse und 24.000 gemischt einsetzbare Fahrzeuge.
 
Die Bustouristik hat sich seit ihren Anfängen bis heute zu einer selbstständigen attraktiven Touristiksparte entwickelt. Die große Angebotsvielfalt, der Komfort, die Sicherheit und die Umweltfreundlichkeit der Busse sprechen für diese Reiseform.
 
Perspektiven der Bustouristik - Wohin geht die Reise mit dem Bus?
 
Trotz erheblicher Wettbewerbsnachteile erweist sich der Bustouristikmarkt als stabil. Dies trifft nicht nur auf die aktuelle, von Konjunkturschwäche geprägte Situation zu, sondern gerade auch auf den langfristigen Vergleich. In den letzten 30 Jahren konnte der Reisebus seinen Marktanteil innerhalb eines Korridors von 8 - 10% des Urlaubs-Reisemarktes behaupten. Innerhalb dieses Zeitraumes hat es ganz erhebliche Wechselbewegungen zwischen den anderen Reiseverkehrsmitteln gegeben. Offenbar gibt es nicht nur eine originäre Grundnachfrage nach Busreisen sondern auch viele neue Einsteiger, die die Bustouristik quicklebendig positionieren.
Dazu bietet die Bustouristik eine breite Angebotspalette: Urlaubsreisen nicht nur zu nahe gelegenen Warmwasserstränden am Mittelmeer, sondern auch in viele Erholungsgebiete in Deutschland und Europa.
 
Reisen zu in- und ausländischen Metropolen, mittleren und profilierten kleinen Städten. Die ausgetüftelte, servicefreundliche Leistungskette von der hausnahen Abholung über die bequeme Anreise bis hin zu informativen kurzweiligen Ausflügen sind ein Geheimnis der großen Nachfrage nach Busstädtereisen.
 
Rund- und Studienreisen sind und bleiben eine Domäne der Bustouristik. Mithin ist das buchstäbliche "Erfahren" von Land und Leuten ein Bestandteil der deutschen Reisekultur geworden.
 
Mit Kurzreisen in bekannte und noch zu entdeckende Regionen trägt die Bustouristik ganz erheblich zur flächendeckenden touristischen Erschließung bei.
Mit Tagesfahrten und Naherholungsangeboten bietet die Bustouristik vielen Bundesbürgern ein erhebliches Stück Lebensqualität.
 
Vereinsreisen: der Reisebus ist aus dem Vereinsreisegeschäft nicht mehr wegzudenken und erfüllt damit auch eine wesentliche gesamtgesellschaftliche Aufgabe. In Deutschland gibt es über 540.000 Vereine und Organisationen von denen viele eine oder mehrere Busfahrten im Jahr durchführen. Damit nimmt die Bustouristik eine wichtige gesellschaftspolitische Funktion wahr. Durch die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (Abschaffung der so genannten Doppellizenz) ist von einer erheblichen Umstrukturierung des Vereinsreisemarktes auszugehen. Der RDA ist hier bereits intensiv tätig, um die Professionalität und Qualität im Vereinsreisegeschäft voranzutreiben.
 
Event-Reisen: Sofern Busreiseveranstalter ihre originären Qualitäten wie Flexibilität und Innovationsfreudigkeit ausspielen, existieren für diesen Tourismusbereich gute Perspektiven.
 
Dabei ist gerade auch an den Event-Tourismus zu denken. Die Busreiseveranstalter sind eine wichtige Voraussetzung, dass dieser Trend am Markt auch ausgeschöpft werden kann. Durch zielgruppengerechte und Themenorientierte Angebote wecken und befriedigen die Busunternehmer in ihren regionalen Märkten die Nachfrage für Events und Attraktionen, Themen- und Freizeitparks etc.
 
Der Musicalmarkt ist ein weiteres Beispiel, wie die Bustouristik maßgeblich zur Umsetzung von Innovationen am Markt beiträgt. Durch die Umstrukturierung der Musical-Standorte konnte eine neue Nachfragewelle für dieses Entertainment geweckt werden.
 
Incoming: Bei nahezu allen Gruppenreisen die aus dem Ausland nach Deutschland führen, spielt der Reisebus eine Rolle! Vom Hoteltransfer über Besichtigungsprogramme bis hin zu kompletten Rundreisen durch Deutschland und Europa oder back-to-back Reiseketten. Mit diesem Dienstleistungsexport erbringt die Bustouristik einen erheblichen Beitrag zur deutschen Volkswirtschaft.
 
Sofern steuerliche und administrative Fesseln die Innovationsbereitschaft der europäischen Busreiseveranstalter nicht abdrosseln, ist der RDA zuversichtlich, dass die Bustouristik auch nach wie vor ihre tourismus- und gesellschaftspolitische Funktion erfüllen kann.
 
Die Bustouristik als Wirtschaftsfaktor
 
Die Bustouristik ist nicht nur ein wesentlicher Zulieferer für die europäische Hotel- und Gaststättenindustrie. Bushersteller im In- und Ausland schaffen Tausende von Arbeitsplätzen; Tank- und Rastanlagen sowie viele Werkstätten wären ohne die Bustouristik nicht existenzfähig. Kulturelle Einrichtungen, vielfach in kommunaler Hand, könnten ohne die Gäste, die die Bustouristik befördert, nicht überleben.
Das Thema Sicherheit im und um den Bus ist ins Zentrum der Bewertung der Bustouristik gerückt. Dazu zählt auch die Forderung nach effektiveren Kontrollen, obwohl gerade in Deutschland in Verbindung mit EG-Recht eine Sicherheitssituation vom Gesetzgeber vorgegeben wird, die zu den höchsten in der Welt gehört. Bereits die bisherige Kontrolldichte liegt in Deutschland etwa 400% höher als der EU-Durchschnitt. Bedauernswert ist dabei, dass es noch kein in sich geschlossenes Meldewesen zwischen Kontrollbehörden und Genehmigungsbehörde gibt, wie es der RDA fordert, damit Schwarze Schafe ermittelt und aus dem Markt eliminiert werden.
 
 
Teil 4. Die Busreisearten
 
Das Verkehrsmittel Bus wird für unterschiedliche Beförderungszwecke genutzt. Grundlegend unterscheidet das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) zwei Hauptverkehrsformen, den Gelegenheitsverkehr und Linienverkehr.
 
Gelegenheitsverkehr
Der Begriff Gelegenheitsverkehr kommt aus dem Personenbeförderungsrecht (Personenbeförderungsgesetz - PBefG) und definiert einzelne Formen entsprechender Verkehrsarten mit Kraftfahrzeugen. Zum Gelegenheitsverkehr gehören folgende Formen: Taxiverkehr (§ 47 PBefG), Mietwagenverkehr (§ 49 Abs. 4 PBefG), Ausflugsfahrten mit PKW/KOM (§ 48 Abs. 1 PBefG), Mietomnibus (§ 49 Abs. 1 PBefG), Ferienzielreisen (§ 48 Abs. 2 PBefG) 
 
Linienverkehr:
Ein Linienverkehr ist das fahrplanmäßige Verkehren von Fahrzeugen für die Personenbeförderung oder den Gütertransport. Linienverkehr existiert im Straßenverkehr (z.B. Buslinie, Straßenbahn), in der Schifffahrt (Fähren) und im Luftverkehr (Linienflug).
 
Der Linienverkehr schreibt eine regelmäßige Bedienung von Strecken vor. Das heißt, alle im veröffentlichten Fahrplan angegebenen Haltestellen müssen - unabhängig vom tatsächlichen Bedarf - angefahren werden. In Deutschland spielte der Linienverkehr für die Touristik bisher eine untergeordnete Rolle, da Linienbusse aufgrund ihrer Ausstattung für touristische Leistungen ungeeignet waren. Durch den zunehmenden Einsatz von Kombibussen, kann in letzter Zeit zunehmend sowohl der Überlandlinienverkehr wie auch der Gelegenheitsverkehr von bisher reinen Linienverkehrsunternehmen angeboten werden.
 
Alle Formen des Gelegenheitsverkehrs und Linienverkehrs unterliegen der Genehmigungspflicht. Genehmigungsbehörden sind beim Verkehr mit Kraftomnibussen die Bezirksregierungen.
 
Übersicht wichtigste Reiseformen im Bustourismus           
 
a) Ausflugs- oder Tagesfahrten
Dauer:              1 Tag
Ziele:              Touristische Sehenswürdigkeiten mit Erlebnischarakter
Zielgruppe:    Heterogen
 
Ausflugs- oder Tagesfahrten sind Fahrten, die der Reiseveranstalter nach einem bestimmten, von ihm aufgestellten Plan und zu einem für alle Teilnehmer gleichen und gemeinsam verfolgten Ausflugszweck anbietet und ausführt. Meist handelt es sich um Ziele in der näheren Umgebung des Ausgangspunktes (im Radius von ca. 200 km). Gastronomische Leistungen können Bestandteil der Reise sein. Die Reisen werden standardmäßig mit Reise- bzw. Fernreisebussen und teilweise mit Reiseleitung durchgeführt. 
 
 
b) Städtereisen
Dauer:           2 bis 10 Tage
Ziele:              Metropolen wie Paris, London, Wien
Zielgruppe:   Heterogen
 
Der Bus wird bei diesen Reisen nicht nur für die An- und Abreise genutzt, sondern auch für Stadtrundfahrten, Abendprogramm und zum Besuch ausgewählter Highlights. Sie zählen aufgrund ihrer Flexibilität zu den beliebtesten Veranstaltungsformen. Neben dem Bus Chauffeur werden Bedarfsweise Reiseleiter für den Reiseablauf eingesetzt. Für Stadtführungen etc. kommen zusätzlich örtliche Stadtführer zum Einsatz. Der Reisepreis umfasst häufig neben der Übernachtung und der Verpflegung meist das gesamte Rahmenprogramm.
 
c) Wochenend- und Kurzreisen:
Dauer:            2 bis 4 Tage
Ziele:              Regionen oder Städte
Zielgruppe:    Heterogen
 
Kurzreisen sind Erholungsreisen mit großer Programmvielfalt, die in die nähere Umgebung durchgeführt werden. Selten sind die Ziele mehr als eine Tagesetappe entfernt. Die Attraktivität der Kurzreise- bzw. Wochenendreise macht neben den abwechslungsreichen Eindrücken von Stadt und Land das kommunikative Miteinander aus.
 
d) Rundreisen:
Dauer:            Mind. 5 Tage bis 4 Wochen
Ziele:              Etappenorte entlang einer festgelegten Reiseroute
Zielgruppe:    Heterogen
 
Rundreisen führen zu verschiedenen Aufenthalts- und Besichtigungspunkten, die in der Reiseausschreibung beschrieben wurden. Nachtfahrten sind ausgeschlossen. Das Programm wird vom Bus Chauffeur oder vom Reiseleiter mitgestaltet und ist Hauptbestandteil der Reiseleistung.
 
e) Studienreisen:
Dauer:          5 Tage bis 4 Wochen
Ziele:              Kulturell, religiös, künstlerisch bedeutende Orte bzw. Werke,  Erfahrung  sozialer und
wirtschaftlicher Verhältnisse
Zielgruppen: Höher gebildeter, einkommensstarker, heterogener Personenkreis
 
Studienreisen zeichnen sich aus durch eine begrenzte Teilnehmerzahl, festgelegtem oft Themenorientiertem Reisecharakter und Reiseablauf unter qualifizierter Reiseleitung. Die Vermittlung von Kunst und Kultur, sowie die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Zielländer stehen im Vordergrund. Studienreisen sind gekennzeichnet durch gehobene Qualitätsstandards bei der Unterkunft, der Verpflegung und im Reisetransport.  
 
 
f) Erholungsreisen/Ferienzielreisen
Dauer:            Ab 5 Tage bis 3 Wochen
Ziele:              Hin- und Rückbeförderung nach festgelegtem Reiseplan zum
                                                           Erholungsaufenthalt
Zielgruppen: Heterogen von jung bis alt
 
Die Leistung dieser Reiseart - speziell Verkehrsmittel Bus - beschränkt sich auf den Transfer zwischen Abfahrts- und ausgeschriebenen Ferienzielort. Reiseteilnehmer werden vom und zum Ausgangsort befördert. Das Reiseziel ist für alle Teilnehmer gleich. Das Gesamtentgelt für Ferienzielreisen beinhaltet die Beförderung und Unterkunft mit und ohne Verpflegung. Vorortbetreuung erfolgt oft durch ortsansässige Agenturen.
 
Die Angebotspallette an verschiedenen Reisethemen ist heute in der Bustouristik so reich, wie kaum in einer anderen Reisesparte. Ob Kultur in Form von Museumsfahrten, Pilgerreisen oder Musicalreisen angeboten wird oder das Sportbedürfnis der Kunden bei Skifreizeiten oder Radreisen Befriedigung findet, Busreisen sind stets vielfältig und interessant.
 
 
Teil 5: Die Busreiseformen
 
Welche Arten der Urlaubsreise gibt es überhaupt?
 
Busreisen dienen primär der Erholung und der Freizeitgestaltung. Wenn man diese selbst (alleine oder mithilfe eines aktiven Reisebüros) plant, sind es Individualreisen.
 
Standardisierte Angebote von Reiseveranstaltern dagegen nennen sich Pauschalreisen. Diese können als individuelle Pauschalreise (Zeit und Durchführung werden selbst bestimmt) oder in der Gruppe (Gruppenreise) durchgeführt werden.
 
Heute unterscheidet man wissenschaftlich in folgende Busreiseformen:
 
-           Tagesausflüge: maximal 24 Stunden ohne Übernachtung
-           Kurzreisen: Reise von 2 bis 4 Tagen Dauer
-           Urlaubsreisen: alle Reisen mit mehr als 4 Tagen Dauer
-           Langzeitreisen: alle Reisen mit mehr als 3 Monaten Dauer
 
die in den verschiedensten Busreiseformen angeboten werden:

Städtereisen – Städte entdecken
Verbringen Sie einige Tage in interessanten und charakteristischen Städten. Lernen Sie Rom, Barcelona oder Lissabon auf eine diese Art kennen. Auf eigene Faust oder mit von und ausgearbeiteten besonderen Rahmenprogrammen haben Sie hier die Möglichkeit unvergessliche Stadterlebnisse zu gewinnen.
Bildungsreisen
Bildungsreisen sind spezielle Ausprägungen, z. B. Sprachreisen, Städtereisen, Konzertreisen oder Opernreisen.
Studien - Erlebnisreisen
Wer mehr über die Kultur eines Landes erfahren möchte, ist hier genau richtig. Aber auch hier gibt es Begegnungen mit Land und Leuten. Einfache Wanderungen durch die schönsten Naturlandschaften runden das Gesamterlebnis ab.
 
Individualreisen
Individualisten die nicht in der Gruppe, sondern Ihr Reiseland gerne auf eigene Faust erkunden möchten. Ob mit Mietwagen, öffentlichen Bussen oder zu Fuß. Eine ideale Art, den Urlaub passend zu den persönlichen Wünschen Maßzuschneidern. Natürlich stellen wir Ihnen Abschnittswiese oder auch für die gesamte Tour eine qualifizierte Reisebegleitung zur Verfügung. Damit sie nicht alles Landestypische aus einer Reiselektüre aneignen müssen. Dieses nennt man auch eine Privattour.
Abenteuerreisen - Expeditionen
Hier schwingt nicht umsonst der Klang ferner Länder, großer Abenteuer und einmaliger Erlebnisse mit. Diese nicht alltäglichen Reisen stellen eine kleine Herausforderung dar. Auf diese Reisen sollten Sie eine gute Portion Kameradschaft, Teamgeist und Abenteuerlust mitbringen.
Aktivreisen - Aktivurlaub
Wer Abwechslung in den sportlichen Aktivitäten sucht, entscheidet sich für diese Reiseform. Neben erlebnisreichen Wanderungen, werden gemeinsame Rad- oder Mountainbiketouren, Kanu- oder Paddeltouren angeboten. Vereinzelt dauern diese auch über mehrere Tage an. Weitere Aktivitäten, wie Reiten, Rafting, Angeln, Surfen, Schnorcheln oder Husky-Safaris sind je nach Zielgebiet ebenfalls möglich. Gerne mixen wir Ihnen einen Cocktail zwischen Aktivurlaub und Sonnenbaden zusammen.
 
Naturreisen – Safaris - Fotoreisen
Für Liebhaber von Flora und Fauna sind diese Reisen konzipiert. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf Tierbeobachtungen und dem Besuch von einzigartigen Nationalparks. Sie erkunden Regenwälder und mit etwas Glück treffen Sie auf seltene Tierarten oder scheue Vögel. Eine besondere Form ist die Fotoreise. Hier begleiten Sie Profis auf Ihrer Erlebnistour und unterrichten Hobbyfotografen ihre Fähigkeiten zu erweitern.
Erlebnistouren - Entdeckerreisen
In kleinen Gruppen erhalten Sie Einblicke in die Natur- und Kulturschönheiten des Reiselandes und erleben außergewöhnliche Begegnungen mit Land und Leuten. Oft bewegen wir uns abseits der üblichen Routen und übernachten in Unterkünften, die dem Landesstil entsprechen. Das setzt Toleranz und Akzeptanz für fremde Länder sowie Teamgeist und Kooperation bei gemeinsamen Aktivitäten in der Natur voraus.

Wanderreisen - Standortwanderreisen - Wanderrundreisen
Bei so bezeichneten Reisen erleben Sie sich die Schönheiten eines Landes durch Tageswanderungen. Die Gehzeiten können über mehrere Stunden hinausgehen. In der Regel haben Sie nur Ihren Tagesrucksack zu tragen. Bei einigen Reisen bleiben Sie während der gesamten Reise im selben Hotel, bei Wanderrundreisen wechseln Sie ein- oder mehrmals den Standort.
Trekkingtouren – Wandertrekking mehr als nur wandern.....
Wenn Sie über eine gute sportliche Kondition verfügen und noch ursprüngliche Landschaften entdecken wollen, dann kommen Sie mit auf eine Trekkingreise. Hierbei wandern Sie über mehrere Tage von Unterkunft zu Unterkunft. In den meisten Fällen müssen Sie dabei Ihr Gepäck selbst tragen. Doch die Mühe wird immer belohnt, sei es durch wunderbare Naturlandschaften oder dem Gefühl, etwas Außergewöhnliches geleistet zu haben.
 
Winterreisen - Skireisen
Verbringen Sie den Winter dort, wo er am schönsten ist: im Schnee! Sonne, blauer Himmel, verschneite Landschaft, klare Winterluft, so soll der Winterurlaub sein. Ob bei einer Hundeschlittentour oder beim Schneeschuhwandern, abends am Kaminfeuer oder in der Sauna: so können Sie den Winter genießen!

Sonstiges
Unsere Genusswelle spült auch Reiseformen wie Wellnessreisen und kulinarische Reisen nach oben. Sporturlaub und Abenteuerurlaub werden immer mehr von aktiven Menschen entdeckt, denen es nicht mehr reicht seinen Körper nur zu Hause sondern auch im Urlaub aktiv zu fordern. Vereine führen oft in Gruppen für ihre Vereinsmitglieder Reisen Gruppenreisen durch.
 
Teil 6: Reisetrends in der Bustouristik
 
Das Angebot an Reisethemen und Zielen unterliegt auch in der Bustouristik einem stetigen Wandel. War in den sechziger Jahren vor allem Italien das Topziel vieler Busreisen, kamen kurze Zeit später schnell auch weitere Ziele wie Spanien, Österreich und weitere Mittelmeeranrainerstaaten hinzu.
 
Heute stehen bei Busreisenden in Nordeuropa z.B. Länder wie Norwegen und Schweden auf der Liste der beliebtesten Reiseziele ganz oben. In Mittel- und Westeuropa ist Deutschland das beliebteste Reiseland. Rund ein Drittel aller Busreisenden würden hier auch in den nächsten Jahren wieder Urlaub machen.
 
In Südeuropa stießen die Reiseklassiker der Bustouristik Italien und Spanien in den letzten Jahren bei den Busreisekunden auf ein rückläufiges Interesse. Aufgrund der kontraproduktiven örtlichen Bustourismuspolitik in Italien, wurde das Land bzw. einige Reiseziele innerhalb Italiens von vielen Busreiseveranstaltern in den letzten Jahren aus dem Programm genommen.
 
Osteuropäische Destinationen wie Polen, das Baltikum oder die Tschechische Republik boomen im Bustourismus seit einigen Jahren. Kunden schätzen hier vor allem das attraktive Preis-Leistungsverhältnis der Reisen.
 
Rund 26 Mio. Bundesbürger ab 14 Jahren, das sind gut 40 Prozent der Bevölkerung, haben im vergangenen Jahr mindestens eine Kurzreise von zwei bis vier Tagen Dauer unternommen. Zu diesem Resultat kommt eine repräsentative Befragung des Freizeit-Forschungsinstituts (Hamburg).
 
Damit bestätigt sich der Trend, der seit einigen Jahren beobachtet wird, dass die Deutschen zunehmend häufiger, dafür aber kürzer in den Urlaub fahren. Absoluter Favorit bei den Kurzreisezielen der Deutschen ist die Heimat – und das fast ohne Konkurrenz. Dazu gehören laut dem Freizeit-Forschungsinstitut Seen und Berge im Nahbereich genauso wie inländische Kulturmetropolen. Ostsee (11,5 Prozent) und Nordsee (10,1 Prozent) sowie bayerische Berge (10,1 Prozent) und Schwarzwald (9,8 Prozent) führen die Rangliste der Kurzreiseziele der Deutschen an.
 
Im Vergleich dazu hinken ausländische Reiseziele wie Frankreich (3,1 Prozent), Italien (2,4 Prozent) und Spanien (1,2 Prozent) bei den Kurztrips deutlich hinterher. Auch die drei Nachbarländer Belgien, Niederlande und Luxemburg kommen zusammen gerade einmal auf 3,4 Prozent. Eine Ausnahmestellung nimmt lediglich das Nachbarland Österreich ein, das sich mit einem Marktanteil von zehn Prozent neben den inländischen Kurzreisezielen gut behaupten konnte.
 
Die Angebotspallette an verschiedenen Reisethemen ist heute in der Bustouristik so reich, wie kaum in einer anderen Reisesparte. Ob Kultur in Form von Museumsfahrten, Pilgerreisen oder Musicalreisen angeboten wird oder das Sportbedürfnis der Kunden bei Skifreizeiten oder Radreisen Befriedigung findet, Busreisen sind stets vielfältig und interessant.
 
Auch in der Bustouristik geht der Trend zu kürzeren Reisen. Die durschnittliche Reisedauer einer Busreise beträgt heute 9,5 Tage. Vor zehn Jahren lag dieser Wert bei 10,3 Tagen. Den Schwerpunkt bilden hierbei die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Branche mit dem wachsenden Anteil älterer Bürger.
 
Besonders profitiert von den Trends zu kurzen Urlauben haben die deutschen Busreiseunternehmer. Komfortable Reisen mit modernen Bussen zu einem günstigen Preis-/Leistungsverhältnis werden immer beliebter. Zumal die Busunternehmer ihre Angebotspalette deutlich erweitert haben. Themen-Reisen, Kultur-Erlebnisse, Wellness- und Event-Fahrten – das Spektrum der Kurzreisen per Bus ist in den letzten Jahren enorm ausgebaut worden.
 
Reisebusse mit einem Anhänger voller Fahrräder im Schlepptau sind keine Seltenheit mehr.
 
 
 
Teil 7: Rund um den Reisebus
 
Reisebusse im 21. Jahrhundert sind Hightech-Großraum-Limousinen mit vielerlei Komfort. Die Omnibus-Industrie setzt immer neue Maßstäbe, um den Komfort in Reisebussen zu erhöhen. Ausgefeilte Technik sorgt für mehr Sicherheit und Bequemlichkeit. Auch die Wirtschaftlichkeit wird stetig verbessert.
 
Eines gemein haben luxuriös ausgestattete Designerbusse mit High-Tech-Materialien, hochwertigen Stoffen, modernster Klima- und Kommunikationstechnik und der „normale“ Reisebus – sie machen Reisen zum Erlebnis.
 
Der Omnibus von heute hat nicht mehr viel mit dem von Pferden gezogenen Fahrgestell aus den Anfängen des 19. Jahrhundert zu tun und auch nicht mit den Modellen der Nachkriegszeit.
 
Reisen in Omnibussen steht heute unter dem Motto: Reisen im Bus macht Spaß – das Busfahren wird zum Erlebnis!
 
Der Reisebus – Qualität durch Sterne
Um dem Reisenden bzw. dem Kunden eine bessere Orientierung über vorhandene Serviceeinrichtungen und eine nachprüfbare Qualitätsgarantie zu geben, werden Reisebusse bereits seit über 30 Jahren durch die Gütegemeinschaft Buskomfort e.V. mittels Sternen klassifiziert. Zentrale Aussage: Bus ist nicht gleich Bus.
 
Die Klassifizierungskriterien
Sterne mit dem RAL (Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung) Gütezeichen stehen dabei für neutral geprüfte Qualität. Grundvoraussetzung für jedes RAL-Gütezeichen ist die regelmäßige, mindestens einmal im Jahr durchgeführte Überprüfung der festgelegten Standards durch eine neutrale Prüforganisation oder den Gütezeichenträger selbst. Die Sterneklassifizierung mit dem RAL Gütezeichen ist freiwillig.
 
Sterne am Bus ohne das RAL Gütezeichen sind nicht objektiv nachprüfbar klassifiziert und sagen daher nichts über die tatsächliche Qualität des Reisebusses aus.
 
Das Sterne System
Die Ein-Sterne-Busse der Tourist Class sind gut geeignet für kurze Ausflüge: Der Abstand zwischen den Sitzen beträgt mindestens 68 Zentimeter. Heizung, Lüftung, Radio- und Mikrofonanlage sowie Nachtbeleuchtung gehören zur Grundausstattung.
 
Zwei Sterne garantieren bereits mindestens 72 Zentimeter Beinfreiheit für die Reisegäste. Die Standard Class bietet gegenüber der Einsterneausstattung zusätzlich einen Sonnenschutz an den Seitenfenstern und eine Gepäckablage.
 
Die Komfort Class mit drei Sternen bietet den Passagieren Beinfreiheit von mindestens 77 Zentimetern sowie verstellbare Sitze und Rückenlehnen. Armlehnen, Doppelverglasung, persönliche Leselampe, Toilette und Mini-Küche ergänzen die Standard-Ausstattung.
Der Vier-Sterne-Bus bietet großen Sitzkomfort auf langen Reisen: Mit mindestens 83 Zentimetern Sitzabstand sitzen die Reisenden so gemütlich wie in einem modernen Kino. Für zusätzlichen Komfort sorgen Fußstützen oder Beinauflagen, ein Klapptisch für jeden Passagier, Miniküche, Toilette und Klimaanlage.

Die Luxus Class ist für Busreisende mit gehobenen Ansprüchen: Fünf-Sterne-Busse bieten alle Vorteile der Luxus Class mit noch mehr Beinfreiheit. Bei mindestens 90 Zentimetern Sitzabstand lässt es sich entspannt zurücklehnen.

Der Reisebus – ein umweltfreundliches Verkehrsmittel
Unter Umweltaspekten ist der Bus als Reiseverkehrsmittel nur zu empfehlen. Omnibusse gehören zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln überhaupt. Geringer Energieverbrauch, Schadstoffausstoß und geringe Lärmemissionen machen ihn zu einem ökologischen sinnvollen Beförderungsmittel.
 
Verbrauch - Der Kraftstoffverbrauch von Bussen ist in den letzen 10 Jahren um fast 15 % zurückgegangen. Der Bus benötigt im Schnitt ½ Liter Diesel, um eine Person 100 km weit zu befördern.
 
Schadstoffe - Bei neueren Busmodellen ist der Ausstoß von Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden in den letzten 10 Jahren um über 50 % reduziert worden. Die Emission von Rußpartikeln hat sich um ca. 80 % verringert.
 
Lärm - Seit Anfang der 70er Jahre sind Omibusse um mehr als 10 Dezibel leiser geworden. Eine Senkung um nur 6 Dezibel bedeutet eine Halbierung der Geräuschemissionen.
 
Der Reisebus – Ausstattung
Moderne Reisebusse verfügen über vollautomatisierte Service-Sets bzw. Infotainmentsysteme für den Fahrgast (Licht, individuell einstellbare Lüftung, Lautsprecher, Service-Ruf) sowie Videodisplays, WC, Air-Condition, Sonnenrollos für den Fahrgast, Gepäckklappen, Minibar und Catering-Küche.
 
Der Reisebus – Prüfung muss sein
In Deutschland zugelassene Reisebusse müssen alle 12 Monate zur Hauptuntersuchung bei TÜV oder DEKRA. Dazu kommt alle 6 Monate eine Zwischenuntersuchung bei der alle wichtigen Teile des Fahrzeugs wie Bremsen, Lenkung und Federung kontrolliert werden. Weiterhin wird zweimal im Jahr eine Bremsensonderuntersuchung (BSU) durchgeführt.
 
 
Der Reisebus – Sicherheit
Das Thema Sicherheit kommt in modernen Reisebussen nicht zu kurz.
Becken- oder 2-Punkt-Sicherheitsgurte, Satellitengestützte Navigationssysteme sowie ausgetüftelte Fahrsicherheitseinrichtungen (wie EBS – Elektronischen-Brems-System, ASR - Anti-Schlupf-Regelung, ESP – Elektronisches Stabilitäts-Programm, Tempomat) und ein UDS – Unfalldatenschreiber sorgen für höchstmöglichen Schutz.
 
Moderne Reisebusse verfügen über drei voneinander unabhängige Bremssysteme. Weiterhin müssen alle Neufahrzeuge ab dem 01.01.1994 mit einem Geschwindigkeitsbegrenzungssystem ausgerüstet sein. Ältere Fahrzeuge, die zwischen dem 01.01.1988 und dem 01.01.1994 zugelassen wurden, müssen nachgerüstet werden.
 
Seit April 2004 herrscht in Reisebussen Anschnallpflicht soweit Gurte vorhanden sind. In allen Bussen, die seit 01. Oktober 1999 neu zugelassen wurden, müssen Sicherheitsgurte vorhanden sein. In neuen Reisebussen kann und muss sich der Reisegast zur eigenen Sicherheit während der Reise anschnallen. Die Busgäste dürfen sich während der Fahrt abschnallen, um sich im Bus zu bewegen (z.B. Getränke holen, WC-Benutzung, Platztausch mit einem anderen Fahrgast). Fahrgäste müssen mit Geldstrafen in Höhe von € 30 rechnen, wenn vorhandene Sicherheitsgurte nicht angelegt sind oder Hinweise des Fahrers missachtet werden. Versäumt es der Bus Chauffeur, auf die Gurtpflicht hinzuweisen, wird auch er zur Kasse gebeten.
 
Busunfälle sind sehr selten, umso höher ist die mediale Aufmerksamkeit wenn sie passieren. Die dann teilweise undifferenzierte Berichterstattung und fehlende Objektivität der Medien haben zu einer nicht unerheblichen Verbraucherverunsicherung geführt und verunglimpfen eine ganze Branche. Unfallursachen werden oft dem Bus oder dem Busfahrer unterstellt. Beabsichtig oder unbeabsichtigt wird dabei ein Bild von den Unternehmen aber auch von den Fahrern geprägt, das oftmals nur die Sensationslust befriedigt, aber die Realitäten verschweigt.
 
Nach den Unfallzahlen des Statischen Bundesamtes der Bundesrepublik Deutschland ist der Bus nach wie vor das sicherste Verkehrsmittel. In Deutschland verunglückten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in 2004 im motorisierten Individualverkehr (Pkw, Motorrad, Mofa, Moped) 4.218 Menschen, weiterhin 838 Fußgänger, 475 Fahrräder, 17 im Flugverkehr und 16 im Busverkehr. Damit ist das Risiko als Fußgänger getötet zu werden 52-mal höher als im Busverkehr.
 
Fazit: Ein moderner Reisebus ist ein bequemes, komfortables und sicheres Verkehrsmittel. Es schont die Umwelt und stellt eine echte Alternative zu anderen Verkehrsmitteln dar.
 
 
Teil 8: Rund um den Buskunden
 
Marktpsychologisch sind Busreisen in einer Nischenposition. Für besondere Zielgruppen stellt sich der Reisebus als geeignetes Verkehrsmittel und Busreisen als bevorzugte Urlaubsform dar. Außerhalb dieser besonderen Motiv-Bedürfnis-Konstellation ist der Bus kaum konkurrenzfähig.
 
Wer fährt mit dem Bus?
Der Bus als Reiseverkehrsmittel wird von folgenden Zielgruppen genutzt, die: 
·        Reiseprogramme, die auf ihren Geschmack, ihre Kundenwünsche ausgerichtet sind bzw. flexibel ausgerichtet werden
·        die Parallelität von Bequemlichkeit, Erlebnis und Rundumbetreuung schätzen
·        die Vorteile des „individuellen“ Busgruppentourismus, keine pauschale Massenabfertigung, suchen
 
Weitere Zielgruppen sind oft Rahmenbedingungen unterlegen, die die Wahl des Reisebusses als Urlaubsreisemittel priorisieren bzw. bedingen:
·        Herkunft aus ländlichen Regionen
·        physisch und psychisch eingeschränkte Personen wie z.B. ältere Menschen, die auf einen kompletten und fremd organisierten Reiseablauf angewiesen sind
·        wenig Reiseerfahrung und eine damit verbundene hohe Hemmschwelle gegen das „Abenteuer“ Reise
·        geringes Einkommen
 
Die Hauptnutzer des Busses sind jüngere Reisende bis 20 Jahre und ältere Reisende ab 60 aufwärts. Familien und die Altersgruppen zwischen 30 und 50 sind in der Bustouristik eher unterrepräsentiert. Der wesentliche Grund hierfür ist, dass sowohl die jüngeren als auch die wesentlich älteren Zielgruppen die Vorzüge des Busses als geselliges kommunikatives Reiseverkehrsmittel zu schätzen wissen.
 
Jüngere, sehr reisefreudige Busreisende sind überwiegend männlich, ledig und suchen Abwechslung, Spaß und neue Kontakte. Der interessante, sportive Erlebnischarakter der Reise darf dabei nicht zu kurz kommen.
 
Die ältere Generation, deren Kinder das Haus meist schon verlassen haben, sucht den „Tapetenwechsel“ und Abwechslung vom Alltag. Im Mittelpunkt der Reise steht hier vor allem der Genuss- und Erholungsaspekt. Das Bedürfnis nach Geselligkeit, Sicherheit und Rund-um-Betreuung sind weitere Aspekte, die dieses Kundensegment charakterisieren. Hervorzuheben ist, dass bei den über 70-jährigen Reisenden das Sicherheitsbedürfnis stark zunimmt und z.B. Ausflugsaktivitäten während der Reise nur noch in geringem Maße gewünscht werden.
 
In der älteren Zielgruppe haben neben den naturverbunden, Erholung suchenden Seniorenpaaren auch allein stehende ältere Reisende einen hohen Anteil. Meist handelt es sich hierbei um allein reisende Frauen jenseits der 60.
 
Auf welche Bedürfnisse legen Busreisende im Urlaub großen Wert?
Auch der Busreisende steht heute mitten im aktiven Leben und sucht im Urlaub bewusst ein Kontrastprogramm zum stressigen Alltag. Das Bedürfnis nach Ruhe und Ausspannen hat bei Busreisenden in den letzten Jahren zugenommen.
 
Entspannung, keinen Stress haben                         58,6%
Abstand zum Alltag gewinnen                                 51,1%
Frische Kraft sammeln, auftanken                           49,7%
Frei sein, Zeit haben                                              49,1%
Gesundes Klima                                                    47,5%
Sonne, Wärme, schönes Wetter haben                   43,9%
Natur erleben                                                         42,5%
(schöne Landschaften, reine Luft, sauberes Wasser)  
Spaß, Freude, Vergnügen haben                             41,2%
Neue Eindrücke gewinnen,
etwas anderes kennen lernen                                  39,5%
Gemeinsam etwas erleben,
mit netten Leuten etwas unternehmen                       36,7%
(Quelle: RA 2006)
 
Die beliebteste Urlaubsart der Busreisenden ist der Natururlaub (41,5%), gefolgt vom Erlebnisurlaub (40,4%) und Ausruhurlaub (37,4%). Vor der Städtereise (31,8%) bevorzugen busreisende Erholung am Strand (33,1%).
 
Busreisende sind Wiederholungstäter. Über zwei Drittel der Busreisenden haben in den letzten drei Jahren tatsächlich eine Busreise unternommen und über 60% wollen auch Zukunft weiter mit dem Bus verreisen.
 
Kurzreisen bei Busreisenden werden immer beliebter. Zwei Drittel der Busreisenden unternehmen eine Urlaubsreise ab fünf Tagen Dauer pro Jahr. Ein Viertel auch eine Zweite. Über 60 Prozent der Busreisenden unternehmen weiterhin eine oder zwei Kurzreisen (Dauer 2-4 Tage). Bei den Kurzreisen stehen Städtereisen mit 63,8% in der Beliebtheit an oberster Stelle. Gefolgt von Shoppingtouren/Einkaufsreisen mit 34,5% und Studien/ Kulturreisen mit 21,3%.
 
Die Mehrheit der Busreisenden, 52,6%, bevorzugen bei Kurzreisen den Bus als Reiseverkehrsmittel. 49,4% der Busreisenden nutzen für diese Reiserform den Pkw und 18,4% die Bahn. Mit dem Flieger waren 3,5% der Busreisenden unterwegs. Die Affinität von buserfahenen Urlaubern im Reisesegment Kurzreise zum Verkehrsmittel Bus ist trotz Low Cost Konkurrenz immer noch sehr hoch.
 
Gebucht werden Kurzreisen von Busreisenden zu 50% über den Veranstalter direkt bzw. das Reisebüro. Nur 5,8% dieser Reisen werden von Busreisenden über das Internet gebucht.
 
Die Bedürfnisse der Zielgruppe Busreisender ändern sich.
Durch die zunehmende Anzahl der Senioren wird die Nachfrage nach Busreisen weiter zunehmen. Die Zielgruppe der „Best Ager“ hat in ihrem Anspruchsdenken aber immer weniger mit den Busreisenden der Kriegsgenerationen zu tun. Die Senioren der neuen Generation werden zukünftig die größte Nachfragegruppe im Tourismus stellen. Ihre Wünsche und Bedürfnisse werden einen entscheidenden Einfluss auf die Angebotsstruktur touristischer Dienstleistungen haben.
 
Busreisende damals
         geselliger Ruheständler
         sucht Tapetenwechsel
         reisefreudig, keine Lust auf exotische Abenteuer oder Reiseexperimente 
         sucht Sicherheit der Gruppe
         mit einfachem Bildungsabschluss
         niedrigerem Einkommen
         traditionelle Wertebilder und Altersbegriff    
 
Busreisende heute und zukünftig
         steigende Mobilität und Reiseerfahrung
         individualisiertes Gruppenerlebnis
         positives Selbstbild und eigene Wertvorstellungen
         Identifikation mit jüngeren Zielpersonen
         klare Vorstellungen von eigenen Wünschen und Erwartungen
         höheres Anspruchsdenken
         konsumbewusst
         preissensibel
 
Der Wunsch nach mehr Qualität und einer erlebnisorientierteren Busreise, erwachsen aus den gestiegenen Reiseerfahrungen, findet bereits heute Ausdruck in der zunehmend steigenden Nachfrage nach hochwertigen Busreisen. Reisethemen wie Wellness, Jugend und Fitness spielen im bustouristischen Angebot eine zunehmend wichtige Rolle. Das Bedürfnis sich gesund zu halten, sorgte im letzten Geschäftsjahr bei einer steigenden Anzahl von Veranstaltern für Umsatzzuwächse. Durch ganz auf die Zielgruppe abgestimmte Angebote erschließen sich der Bustouristik hier auch Potenziale für die Gewinnung jüngerer Zielgruppen.
 
Die Ausgaben die während einer Busreise pro Person getätigt werden, liegen bei aktuell 672 Euro. Sie sind in den letzten Jahren konsequent gestiegen. Urlauber die Busreisen unternehmen gehören in der Mehrzahl zu den mittleren bis oberen Einkommensklassen.
 
Schlichtungsstelle Mobilität: kaum unzufriedene Buskunden
Ein Jahr nach der Gründung der Schlichtungsstelle Mobilität zieht der Initiator, der Verkehrsclub Deutschland (VDC) erstmals Bilanz.
 
Ein Jahr nach der Gründung der Schlichtungsstelle Mobilität zieht der Initiator, der Verkehrsclub Deutschland (VDC) erstmals Bilanz. Positiv für die Busbranche: Von den 1.561 eingegangenen Beschwerden betrafen nur sieben den Verkehrsträger Bus. In den meisten Fällen hatte es die Schlichtungsstelle, die bei konkreten Beschwerdefällen zwischen Fahrgästen und den Verkehrsunternehmen vermittelt, mit Vorgängen bei der Bahn (rund 800) und im Flugverkehr (rund 660) zu tun. Die meisten Beschwerdeanlässe gab es wegen Verspätung sowie Fahrpreisnacherhebung (Bahn) und Annullierung (Flugverkehr). Nach Angaben des VCD wurden mehr als 1.100 Fälle abgeschlossen.
 
Vorfahrt für Ihre Sicherheit
Der Bus ist mit Abstand das sicherste Personentransportmittel, wie die Angaben des Statistischen Bundesamtes belegen. Kein Wunder, denn für die Sicherheit von Busreisenden wird auch viel getan:
·        jährliche Hauptuntersuchung der Busse und zusätzlich vierteljährliche technische Überprüfungen (das Auto kommt hingegen nur alle zwei Jahre auf den Prüfstand);
·        der Bus besitzt drei unabhängig voneinander wirkende Bremssysteme, die zusätzlich einmal jährlich einer Extrakontrolle unterzogen werden;
·        Busfahrer absolvieren zugunsten Ihrer Sicherheit spezielle Fahrerschulungen und Sicherheitstrainings.
 
Jährlich vertrauen knapp 80 Millionen Busreisende auf das sicherste Verkehrsmittel und legen dabei fast 21 Milliarden Personenkilometer zurück.
 
Warum ist der Bus das sicherste Verkehrsmittel?  
Die in Deutschland zugelassenen Busse verfügen über einen sehr hohen sicherheitstechnischen Standard. Anders als der Pkw muss der Bus jährlich zur Hauptuntersuchung und wird zusätzlich vier­teljährlich technisch überprüft. Er besitzt drei unabhängig von­einander wirkende Bremssysteme, die auch einmal jährlich einer Extrakontrolle unterzogen werden. Auch die technische Bauweise der Busse entspricht einem sehr hohen Standard.
 
Die Busunternehmen werden bezüglich der Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften durch die Gewerbeaufsichtsämter, die Landespolizei und das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) flächendeckend kontrolliert. Bezüglich der Kontrolldichte und Kontrollhäufigkeit liegt Deutschland im Vergleich zu allen anderen europäischen Staaten weltweit an der Spitze. Ab Januar 2004 wird der vollelektronische digitale Fahrtenschreiber eingeführt, mit dem eine Überwachung der Sozialvorschriften noch besser und lückenlos gewährleistet werden kann.
 
Ebenfalls zugunsten der Si­cherheit absolvieren Busfahrer regelmäßig Fahrerschulungen und Sicherheitstrainings und müssen ihre Fahrfähigkeit nachweisen. Bisher konnten über 5.800 Fahrer auszeichnen werden, die mindestens fünf Jahre unfallfrei gefahren sind und in den letzten zwei Jahren – vor der Auszeichnung – an mindestens einer Sicherheitsschulung teilgenommen haben.
Für die Sicherheit der Fahrgäste wird somit bereits seit Jahren sehr viel vom Gesetzgeber und den Verbänden getan. Nicht umsonst sprechen die Statistiken eine eindeutige Sprache.
 
 
 
 
Teil 9: Bus-Chauffeur und Reiseleiter
 
Der Busfahrer
 
Der menschliche Faktor ist auch in der Bustouristik entscheidend. Daher unterliegt der Busfahrer strengen Vorschriften und Regeln. Um den Beruf des Busfahrers ausüben zu dürfen, gibt eine Reihe von Voraussetzungen.
 
·        Omnibus-Führerschein
·        Personenbeförderungsschein (befristete Ausstellung auf 5 Jahre)
·        Attest der gesundheitlichen Eignung
·        Ab dem 50. Lebensjahr erfolgt eine eingehende medizinische Untersuchung (Belastbarkeit, Konzentrationsfähigkeit, Orientierungsleistung und Reaktionsgeschwindigkeit)
·        absolutes Alkoholverbot
·        Verbot sonstiger „die Tätigkeit beeinträchtigter Mittel“
 
Für die qualifizierte Aus- und Weiterbildung der Busfahrer sorgen unabhängige Institute, Verbände und Akademien der Busindustrie.
 
Die Lenk- und Ruhezeiten für den gewerblichen Güter- und Personenverkehr innerhalb der Mitgliedsländer der EU regelt die EG-Verordnung „VO (EWG) 3820/85. Ab dem 11. April 2007 wird die neue „VO (EG) 561/2006“ in Kraft treten. (Mehr dazu im Hinweis)
 
Zurzeit muss der Reisebusfahrer folgende Lenk- und Ruhezeiten einhalten:
 
Lenkzeit: bis 4,5 Stunden, dann 45 Minuten Pause oder innerhalb von 4,5 Stunden mehrere kurze Pausen mit mindestens 15 Minuten.
 
Höchstlenkzeit: zwei Mal in der Woche zehn Stunden, an den anderen Tagen höchstens neun Stunden.
 
Ruhezeit: Der Fahrer muss innerhalb von 24 Stunden mindestens acht Stunden ununterbrochene Ruhezeit einlegen. Zusätzlich sind vier weitere Ruhestunden am Stück oder als Block einzulegen.
 
Ruhezeit bei zwei Fahrern: Die Fahrer müssen innerhalb von 30 Stunden ab Arbeitsantritt eine Ruhezeit von mindestens acht Stunden einlegen.
 
Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten wird durch die Polizei anhand des Fahrtenschreibers oder des digitalen Kontrollgerätes kontrolliert.
 
"Bus Pilot" - der wirksame Weg zum sicheren Busfahrer
Die Sicherheitsinitiative des RDA in Zusammenarbeit mit dem AvD-Automobilclub von Deutschland. Seit der ersten Schulung im Jahr 2004 wurden bislang 1.600 Bus Chauffeure geschult.  
 
Der "Bus-Pilot" - was steht dahinter?
 
Der "Bus-Pilot" ist ein Schulungskonzept, das sich spezifisch dem Faktor Fahrer widmet. Die Person, die für Können, Kompetenz, Sicherheit, Sorgfalt, Verlässlichkeit und Verantwortungsbewusstsein stehen muss.
 
Die Aktion ersetzt weder Fahr- oder Sicherheitstrainings noch spezielle Schulungen der Hersteller. Sie weckt vielmehr bereits vorhandene Kenntnisse der Fahrer und setzt sie in den Bezug zur Praxis. Sie sorgt für neue Sensibilität zum Thema Sicherheit.
 
Busunfälle sind keine Massenerscheinung – aber Einzelereignisse von großem medialem Interesse. Dramatisierende Berichterstattung macht aus der Busreise ein Urlaubserlebnis "auf eigene Gefahr". Diesem Trend muss wirksam begegnet werden.
 
Im Ergebnis verunsicherte Kunden wollen wieder Vertrauen in ein Produkt, das komfortabel, gesellig und sicher ist. Gute und sinnvolle Gesetze, Richtlinien, Verordnungen sind ausreichend vorhanden. Der Reisende braucht Vertrauen in Mensch und Technik.
 
Das Schulungskonzept
In praxisorientierten eintägigen Kompaktschulungen wird das Wissen um Technik, Fahrdynamik und Sicherheit erneuert – ergänzt mit Grundwissen über den Umgang mit Gruppen und Verhalten in Krisensituationen.
 
Das Seminar bietet ausführliche und qualifizierte Unterlagen, entwickelt durch das AvD-Institut für Verkehrssoziologie (AIVS). Es beinhaltet einen abschließenden schriftlichen Prüfungsteil, der mit Abzeichen, Ausweis und Zertifikat dokumentiert wird.
 
Die Schulungen finden an dezentralen Orten und zu mehreren Terminen außerhalb der Hochsaisonzeiten statt. Individuelle Schulungen sind möglich. Alle Teilnehmer erhalten eine Sicherheitscheckliste, um vor Fahrtantritt die regelmäßige Sicherheitsroutine durchzuführen. Die Checkliste bindet auch das Unternehmen ein und dient so der Qualitätssicherung. Weitere Informationen sind über den RDA erhältlich.
 
Der Reiseleiter
 
Der Einsatz von Reiseleitern erhöht die Sicherheit der Busreise. Der Bus Chauffeur wird von organisatorischen Aufgaben entlastet – die Konzentration auf seine Fahrertätigkeit wird erhöht.
 
Die Bus-Pauschalreise besteht nicht nur aus der Beförderungsleistung und der Unterkunft sowie den Leistungen des Reiseveranstalters sondern die Rolle eines/r qualifizierten Reiseleiters/in hat für die Bustouristik zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist (meist) fester Bestandteil des Leistungskataloges.
 
Professionelle Reiseleiter vermitteln erträumte Urlaubserlebnisse. Sie sorgen dafür, dass die Leistungskette vom Einstieg in den modernen Reisebus über die qualifizierte Betreuung und Information unterwegs bis zum Abschließen des Hotelzimmers reibungslos funktioniert. Reiseleiter sichern nicht nur die einwandfreie Dienstleistung sondern sorgen mit Wissen und Witz für erlebnisreiche und unterhaltsame Tage. Das Aufgabenspektrum der Reiseleitung reicht von der einfachen Hostessentätigkeit bis hin zum Tourmanagement oder zur wissenschaftlichen Studienreiseleitung. 
 
Die Aufgaben und Tätigkeiten eines Reiseleiters
 
·        Vorbereitung auf: die Reise, die Gruppe, das Reiseland, den Reiseablauf
 
·        Gästebetreuung: Versorgung der Reisenden mit Information, Abwicklung des Check-In, psychologischer Ansprechpartner und Vertrauensperson, Motivationsgeber und Animateur Verhinderung und Abbau von Gruppenkonflikten, Beratung der Urlaubsgestaltung
 
·        Organisatorische Abwicklung der Reise als Beauftragter des Reiseveranstalters Information: sachliche Weitergabe von Fakten zum Reiseablauf, Fachwissen (unterhaltsam und themenbezogen) über Land und Leute, Führung durch historische Sehenswürdigkeiten
 
·        Administration: Schreiben von Reiseberichten, Erstellung der Abrechnung, Hilfe bei der Abwicklung von Grenzformalitäten
 
·        Qualitätskontrolle und -sicherung: Vorbeugung und Erkennen von Reisemängeln und Haftungsrisiken
 
·        Reklamationsbearbeitung: Kenntnis des Reisevertragsrechts, Kenntnis des Personenbeförderungsrechts, Kenntnis des Hotelreservierungsvertragsrechts, Mängelbeseitigung
 
·        Bei Notfällen Sicherung der Betreuung der Gäste und Ergreifung entsprechender Maßnahmen: Veranlassung Erster Hilfe Maßnahmen und Rückbeförderung von Urlaubern
 
·        Einkaufsunterstützung für den Veranstalter: Beobachtung der touristischen Infrastruktur (Unterkünfte, Gastronomie, Preis-Leistungsverhältnis)
 
Fehlendes Berufsbild –  der Freiwilliger Qualifikationsnachweis - das BTW Reiseleiterzertifikat
 
Es gibt in der Bundesrepublik Deutschland weder ein anerkanntes Berufsbild noch entsprechende Berufszugangsvoraussetzungen für den Bereich Reiseleitung.
 
Die Touristik umfasst ein vielfältiges Spektrum bezüglich der Reiseleitung (z.B. Gästebetreuung im Ferienort bis hin zur Studienreiseleitung). Darüber hinaus gilt es, auch in Saisonspitzen den Bedarf an Reiseleitern abzudecken.
 
Der Abschluss eines einschlägigen Ausbildungsberufs (analog dem des Reiseverkehrskaufmanns / der Reiseverkehrskauffrau) oder eines speziellen Studiums entspricht weder den Bedürfnissen der Reiseleiter (speziell der langjährigen Praktiker) noch den Interessen der Kunden und der Branche.
 
Für den Reiseleiter - und insbesondere auch für den erfahrenen Reiseleiter - stellte sich bisher die Situation so dar, dass er keinen formalen Nachweis seiner Qualifikation erbringen konnte. Eine Qualifikation, die in vielen Fällen mindestens dem Niveau seiner ausländischen Kollegen entspricht.
 
Aus diesen Gründen wurde vor über 10 Jahren das Reiseleiterzertifikat entwickelt, das sich kontinuierlich zu einem anerkannten freiwilligen Qualifikationsnachweis entwickelt hat.
 
Der BTW-Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft, der DRV (Deutscher Reise Verband und RDA-Internationaler Bustouristik Verband e.V. sowie die Hochschule Bremen fördern mit dem Reiseleiterzertifikat die Qualität der Dienstleistung Reiseleitung. Sie schaffen objektive Vorgaben für die Reiseleitung und umreißen damit das Tätigkeitsfeld sowie das Aufgabengebiet des Reiseleiters.
 
Neben der Funktion als Qualifikationsnachweis ist das Zertifikat auch als Maßnahme zur Professionalisierung der Reiseleitung konzipiert. Mangels des Reiseleiterberufsbildes bietet es erfahrenen Praktikern und geeigneten Bewerbern die Chance, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten nach einem objektiven Anforderungsprofil der Tourismuswirtschaft abzuprüfen. Für erfahrene Reiseleiter und Bus-Chauffeure, die u.a. Reiseleiteraufgaben ausüben, für Bewerber mit Abitur (bzw. vergleichbarer Ausbildung) und angemessener Reiseleiterpraxis sowie für Studenten der Hochschule Bremen ist diese Prüfung nicht nur Selbsttest, sondern eine Referenz für Bewerbungen. Umgekehrt bietet es Reiseveranstaltern Kriterien zur Personalauswahl.
 
Diskriminierung von Reiseleitern
Obwohl die EU-Verträge zur Dienstleistungsfreiheit den Einsatz von veranstaltereigenen Reiseleitungen im EU-Ausland zulassen, kommt es immer wieder zu Diskriminierungen deutscher Reiseleiter im Ausland.
 
Dies beruht darauf, dass aus arbeitsmarktpolitischen Gründen die Fremdenführervereinigungen in vielen Zielgebieten (Italien, Österreich, Spanien, Portugal, Griechenland) ein Führungsmonopol für örtliche lizenzierte Fremdenführer behaupten wollen.
 
Der Europäische Gerichtshof hat in mehreren Urteilen herausgestellt, dass Reiseleiter aus dem EU-Ausland nicht behindert werden dürfen. Lizenzierte Fremdenführer sollten demnach nur für bestimmte Sehenswürdigkeiten und Denkmäler eingesetzt werden.
 
Außerhalb der EU gelten Verträge zur Dienstfreiheit nicht. In einigen Ländern ist der Einsatz von ortsansässigen Führern vorgeschrieben.
 
Teil 10: Verkauf von Busreisen
 
Zusammenarbeit Busunternehmen und Reisebüro
 
Der härtere Verdrängungswettbewerb im Busreisegeschäft zwingt Busreiseveranstalter auf der einen Seite neue Vertriebskanäle zu erschließen bzw. auszubauen. Auf der anderen Seite ist die Erschließung neuer Geschäftspartner (Busreiseveranstalter) für Reisebüros angesichts der starken Konzentrationstendenzen in der Branche sehr wichtig.
 
In Reisebüros wird das bustouristische Reisevolumen meistens unterschätzt.
 
Gründe hierfür sind:
·      relativ konstante Marktanteil von 5 Mio. Urlaubsreisen mit dem Bus
·      Informationsdefizite im Reisebürosegment über die Bustouristik
·      der Busreisesektor weißt Rahmenbedingungen auf, die den Verkauf von Busreisen über Fremdreisebüros erschweren
·      lokale bzw. regionalen Struktur der Busreiseveranstalter
·      fehlende Einbindung des Produktes Busreise in EDV-gestützte Buchungs- und Reservierungssysteme
·      Provisionsmodelle
 
In den letzten Jahren ist es hier zu Entwicklungen gekommen, die den Fremdvertrieb der Busreisen erleichtern. Die meistgenutzten Vertriebskanäle bzw. Verkaufsmittel im Busunternehmen sind nach wie vor der Katalog, Messen, Reisebüro und Internet. Busunternehmen vertreiben ihre Angebote im Direktvertrieb über eigene Reisebüros und zu ca. 30 % über Fremd-Agenturen.
 
Das Internet hat in den letzten Jahren auch im Busunternehmen zunehmend als Vertriebsweg an Bedeutung gewonnen. Bei der überwiegenden Anzahl von Busreiseveranstaltern kann der Kunde die Reise direkt auf den Seiten des Unternehmens buchen. Zusätzlich haben sich auf den Verkauf von Busreisen spezialisierte Internetplattformen im Markt etabliert, die sowohl den BtoB wie auch den BtoC Bereich abdecken. Vorteil dieser Plattformen im BtoC Bereich ist, dass der Kunde sich deutschlandweit über Busangebote informieren kann und diese direkt buchen. Im Vergleich mit Urlaubsplattformen der großen Reiseveranstalter oder Direktanbietern ist die Anzahl solcher Plattformen im Busbereich, geschuldet dem Marktsegment, klar überschaubar bzw. klein (B2C ist eine Forderungen an Privatkunden und B2B ist eine Forderung an Geschäftskunden).
 
Trotz der gestiegenen Bedeutung des Vertriebsweges Internet ist die Nutzungsdichte seitens der Busunternehmen und der Kunden nicht mit großen Pauschalreiseveranstaltern zu vergleichen. Die Ursachen hierfür liegen zum einem in den regional beschränkten Einzugsgebieten der Unternehmen. Dementsprechend sind auch alle Werbe- und Vertriebskanäle regional ausgerichtet. Eine intensive Nutzung überregionaler Vertriebskanäle, wie dem Internet, ist aufgrund der zu hohen Streuverluste nicht zweckdienlich.  
 
Die zweite Ursache liegt im Informationsbeschaffungs- und Buchungsverhalten der Hauptklientel der Bustouristik, der Altersgruppe 60plus. Die Affinität, die Zugangsmöglichkeit und Nutzungshäufigkeit dieser Altersgruppe zum medium Internet ist aktuell noch wesentlich geringer als in jüngeren Zielgruppen.
 
Der Verkauf über das eigene Reisebüro bzw. die Fremdagentur hat dementsprechend eine zentrale bzw. extentielle Bedeutung für das Busreiseunternehmen!
 
 
Gründe für den Verkauf von Busreisen im Reisebüro
 
·        viele Busreisen sind provisionsintensiv. Speziell Rund- und Studienreisen kosten oft mehr als das Doppelte einer Ferienflugreise.
 
·        preiswerte Busreisen sind häufig für den Kunden die 2. und 3. Urlaubsreise. Statistisch gesehen sind Mehrfach-Urlaubsreisende den gehobenen Einkommensschichten zuzuordnen. Eine günstige Busreise kann also als Einstieg zur Buchung höherwertiger Reisen führen.
 
·        im boomenden Marktsegment der Kurz- und Städtereisen ist die der Bustouristik trotz Konkurrenz der Low Cost Carrier stark vertreten.
 
·        die meisten Busreisen werden in Reisebüros gebucht. Kunden die Busreisen buchen, sind anderen Verkehrsmitteln oder Urlaubsformen nicht abgeneigt. Eine gute Beratung kann sich in langfristiger Kundenbindung niederschlagen.
 
·        durch Eigenveranstaltungen bzw. Vermittlung von Mietomnibusanfragen, Vereins- und Gruppenfahrten können dem Reisebüro weitere Provisionsquellen eröffnet werden.
 
·        Firmenkunden können zusätzliche Dienste offeriert werden (Messen, Kongresse, Betriebsausflüge)
 
·        gerade kleine oder kettenfreie Reisebüros kann die Zusammenarbeit mit Busunternehmen mehr Handlungsspielraum und Umsatz bieten.
 
Empfehlungen zur Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Reisebüros und Busreiseveranstaltern
 
Aufbau persönlicher Kontakte zu lokal ansässigen Unternehmen
 
Busunternehmen sind eine mittelständisch aufgestellte Branche. Viele Unternehmen sind reine Familienunternehmen, zu denen ein persönlicher Kontaktaufbau die beste Eintrittskarte ins Unternehmen darstellt.
 
Betriebsbesichtigungen und direkte Gespräche ermöglichen einen guten Einblick in die Struktur und die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. So lassen sich leistungsfähige, zuverlässige Unternehmen in der Region „herausfiltern“, deren Angebote für den Vertrieb im Reisebüro geeignet sind.
 
Sie ermöglichen auf der anderen Seite auch dem Unternehmen sich einen Eindruck von den Kompetenzen des Vertriebspartner Reisebüro zu verschaffen.
 
Aneignung genauer Produktkenntnisse:
 
Gute und langfristige Kundenbindung spielt in der Bustouristik eine existenzielle Rolle. Eine qualitativ hochwertige genau auf den Kunden abgestimmte Beratung und umfangreiche Kenntnisse über das Produkt Busreise sind hierfür unerlässlich.
 
Zusätzliche Produktinformationen über Programme, Serviceleistungen rund um die Reise, Sonderausschreibungen u.ä. erhalten Reisebüros am besten direkt bei den Busreiseveranstaltern auf telefonischem Wege oder über E-Mail. Intranetplattformen für Expedienten wie bei größeren Reiseveranstaltern gibt es in der Regel nicht.
 
Größere Busreiseveranstalter bieten Expedietenfahrten an, um die Reise besser kennen zu lernen. Auch Pomotionfahrten bzw. Veranstaltungen sind weit verbreitet.
 
Technische Abwicklung der Buchung
 
Nur größere Unternehmen verfügen über den Anschluss an zentrale Buchungssysteme. Häufig werden Buchungen übers Telefon direkt beim Veranstalter getätigt.
 
Teil 11: Verkaufsargumente für Busreisen
 
Für Busreisen spricht eine Vielzahl von Faktoren, die in der Werbung und auch im Verkaufsgespräch passend zum Kundenprofil Verwendung finden sollten:
 
Reiseerlebnis in der Gruppe
…das heißt auch Erfahrungsaustausch unter gleich Gesinnten
 
Unbeschwert von Tür zu Tür
…kundenfreundliche Zu- und Ausstiege
 
Problemlose, bequeme Gepäckbeförderung-
…das Gepäck ist immer dabei
 
Komfort moderner Reisebusse
…Audiovisuell ausgestattete Großraumlimousinen
 
be“schauliches“ Fahrerlebnis
…Visuelles erleben der Reiselandschaften durch erhöhte Perspektive im Bus
 
Zielgruppenorientiertes Programm
…Maßgeschneiderte Reisen anstatt Pauschalreisen mit Individualnote
 
Ortsunabhängige Mobilität
…der Bus zeigt Ausblicke und Örtlichkeiten abseits der Standardferienrouten
 
Passives Fahren
…Passstrassen, Linksverkehr, Ortsunkenntnis verursacht keinen Stress
 
Qualifizierte Reiseleitung
…die ihnen Land und Leute näher bringt
 
Persönliche Betreuung während der Reise
… Reiseleiter als Ansprechpartner für Fragen, Probleme und Geschichten
 
Qualifizierter Bus Chauffeur
… der Bus Chauffeur ist für die sichere und pünktliche Beförderung zuständig
 
Problemlos in den Wintersport
… bequemer Skitransport
 
Sicherheit von Busreisenden
… der Bus ist mit Abstand das sicherste Personentransportmittel
 
Bustouristik - ein sicheres Reiseerlebnis
…lt. Unfallstatistiken ist der Bus das sicherste Reiseverkehrsmittel
 
Provisionsintensiv
… viele Busreisen sind provisionsintensiv. Speziell Rund- und Studienreisen kosten oft mehr als das Doppelte einer Ferienflugreise.
 
Preiswert
…Preiswerte Busreisen sind häufig für den Kunden die 2. und 3. Urlaubsreise. Statistisch gesehen sind Mehrfach-Urlaubsreisende den gehobenen Einkommensschichten zuzuordnen. Eine günstige Busreise kann also als Einstieg zur Buchung höherwertiger Reisen führen.
 
Buchung im Reisebüro
… die meisten Busreisen werden in Reisebüros gebucht. Kunden die Busreisen buchen, sind anderen Verkehrsmitteln oder Urlaubsformen nicht abgeneigt. Eine gute Beratung kann sich in langfristiger Kundenbindung niederschlagen.
 
Eigenveranstaltung
… durch Eigenveranstaltungen bzw. Vermittlung von Mietomnibusanfragen, Vereins- und Gruppenfahrten können dem Reisebüro weitere Provisionsquellen eröffnet werden.
 
Business
Firmenkunden können zusätzliche Dienste offeriert werden (Messen, Kongresse, Betriebsausflüge)
 
Mehr Umsatz
… gerade kleine oder kettenfreie Reisebüros kann die Zusammenarbeit mit Busunternehmen mehr Handlungsspielraum und Umsatz bieten.
 
Viele Argumente sprechen für das Reisen mit dem Bus
 
Urlauber, die schon einmal eine oder mehrere Reisen per Bus unternommen haben, benoten dieses Verkehrsmittel am besten. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Befragung durch das Forschungsinstitut für Marketing an der Universität Hannover.
 
Die über 2.000 interviewten Bundesbürger bewerteten im Schnitt Busreisen mit der Gesamtnote 2, gefolgt von Flugreisen mit 2,1 und Autofahrten mit 2,2. Bahnreisen erhielten hingegen nur eine 2,8, Kreuzfahrten sogar lediglich die Note 3,1.
 
Dass Busreisen so gut abschneiden, werden nur diejenigen überraschen, die dieses Verkehrsmittel noch nie für eine Urlaubsfahrt genutzt haben bzw. diejenigen, bei denen dies schon sehr lange her ist. Denn gerade in der Bustouristik hat sich in den letzten zehn Jahren eine Menge gebessert. Der Einsatz von modernen Hightech-Bussen ist bei fast allen deutschen Busunternehmen heute eine Selbstverständlichkeit.
 
Das bedeutet viel Komfort für die Gäste, von ausreichendem Sitzabstand über sanitäre Einrichtungen und Ausstattung mit Klimaanlage bis hin zum Bordservice aus Miniküchen mit kalten sowie heißen Getränken und kleinen Mahlzeiten. Denn im Gegensatz zu vielen Fluglinien, die in den vergangenen Jahren den Service erheblich abgebaut haben, gilt für die Busbranche genau das Gegenteil. Die meisten Busunternehmer haben die Service-Vielfalt für die Gäste deutlich erweitert. Trotzdem ist das Preis-Leistungsverhältnis bei Busreisen bei der Mehrheit der Angebote günstig geblieben. Neben Komfort- und Wohlfühl- Aspekten sprechen auch ganz rationale Argumente für Reisen per Bus. In puncto Sicherheit ist der Bus allen anderen Verkehrsmitteln haushoch überlegen. Das zeigen Jahr für Jahr erneut die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Unfallgeschehen in Deutschland. Und, was vielen nicht bekannt ist, der Bus ist zudem ein sehr ökologisches Verkehrsmittel. Der Grund: Der Energieverbrauch pro Person ist bei Busreisen im Vergleich zum Flugzeug, dem PKW und selbst der Bahn mit Abstand am niedrigsten. Entsprechend günstig ist die Schadstoffbilanz bei Busfahrten.
 
Busreisen sind nicht nur wesentlich umweltschonender als Fliegen: Der moderne Reisebus spart viel Platz auf der Straße und in den Innenstädten, er ist auch besonders umweltfreundlich! Im Vergleich zur gleichen Anzahl Pkw-Reisender wird weniger Lärm erzeugt, und es werden viel weniger Ressourcen verbraucht als beim Pkw oder der Bahn. Gemessen am Primärenergieverbrauch benötigt ein Reisebus für die Bereitstellung, die erforderliche Infrastruktur und den grundsätzlichen Betrieb je Personen- Kilometer nur die Hälfte des Bedarfs der Bahn und nur ein Drittel des Pkw-Bedarfs. Dies setzt sich bei den Reisen fort: Ein Bustourist verursacht deutlich weniger Luft- Schadstoffe, auch Feinstaub, und fährt ganz besonders klimaschonend. Bei einer Busreise wird pro Person – auch im Vergleich mit der Bahn – nur sehr wenig Energie verbraucht, und das führt auch zu einem nur sehr geringen Ausstoß an Kohlendioxid, dem Klimakiller Nummereins. Auf 100 Kilometern verfährt ein Busreisender in Deutschland in einem durchschnittlich besetzten Reisebus nur circa 0,9 Liter Diesel, mit der Bahn würde er, je nach Zugart, um 50 bis 100 Prozent mehr, also circa 1,9 bis 2,6 Liter und mit dem Pkw sogar dreimal so viel benötigen. Ganz besonders energieintensiv ist das Fliegen – für die gleiche Strecke wird siebenmal so viel Energie benötigt.
 
 
 
Teil 12: Zusammenarbeit mit Verbänden
 
Die deutsche Bustouristik ist eine mittelständische, international strukturierte Querschnittsbranche, die sich im Wandel befindet. Internationale Verknüpfungen, Globalisierung, EU-Erweiterung - Faktoren - die für die mittelständische Bustouristikbranche engere Märkte, wachsender Wettbewerbsdruck und immer rascher wechselnde Trends und Moden bei den Verbrauchern bedeuten. Anders als die multinationalen Reisekonzerne mit ihren Berater- und Expertenstäben, brauchen die mittelständischen Bustouristikunternehmen einen leistungsstarken und international vernetzten Branchenverband als Partner und Impulsgeber an ihrer Seite.
 
Um Synergien zu nutzen, bündeln Busverbände ihre Kräfte. Die verstärkte Zusammenarbeit der europäischen Busverbände aus Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigen erste Erfolge. Auch national arbeiten die Verbände eng zusammen
 
Der Internationale Bustouristik Verband - RDA – (gegründet als Reise-Ring Deutscher Autobusunternehmungen e. V.) vertritt seit 1951 die gesamte Vielfalt der bustouristischen Wertschöpfungskette. Der RDA und seine Mitglieder vertreten zusammen rund 3.000 Betriebe (überwiegend direkte Einzelmitglieder sowie mehrere Mitgliedsverbände) in mehr als 40 Ländern und über 70 Branchen. Damit ist der RDA in Europa der führende branchenübergreifende Verband für Bustouristiker und ihre Partnerunternehmen.
Die Gütegemeinschaft Buskomfort GbK verleiht und kontrolliert die Sterne des RAL-Gütezeichens. Ihre wichtigste Aufgabe ist, die neutral geprüften Qualitätsstandards sicherzustellen. Der RDA ist Gründungsmitglied der GbK. Der Internationale Bustouristikverband (RDA) und die Gütegemeinschaft Buskomfort (GBK) werden ihre Kompetenzen bündeln und künftig eng zusammenarbeiten.

Der BDO ist der Dachverband der Landesverbände der Omnibusunternehmer. Er vertritt auf Bundesebene und im internationalen Bereich die gewerbepolitischen und fachlichen Interessen des privaten deutschen Omnibusgewerbes. Der RDA arbeitet mit dem BDO in Ausschüssen zusammen. Beide Verbände haben ein Schulterschluss-Abkommen.

Die DZT wirb im Auftrag der Bundesregierung für das Reiseland Deutschland im Ausland. Seit 1999 ist die DZT auch für das überregionale Inlandsmarketing zuständig. Das strategische Fundament ist die nachfragegerechte Vermarktung von überregionalen Urlaubsthemen in Deutschland. Der RDA ist Mitglied bei der DZT und arbeitet synergetisch beim GTM, dem RDA-Workshop und der ITB mit der DZT zusammen.

Der DRV vertritt die Interessen mittelständischer und großer Unternehmen der Reisebranche gegenüber den Leistungsträgern im In- und Ausland sowie der deutschen, europäischen und internationalen Politik. Im August 1950 als Deutscher Reisebüro Verband in Frankfurt am Main gegründet, ist der DRV heute die größte Organisation von Reisebüros und Reiseveranstaltern in Deutschland. Der RDA ist kooperatives Mitglied im DRV und in verschiedenen Ausschüssen und im Vorstand vertreten.

Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) ist der Sprecher der Tourismusindustrie in Deutschland. Als unternehmerisch ausgerichteter Dachverband nimmt er die wirtschaftspolitischen, die sozialpolitischen und die ideellen Interessen der Tourismusindustrie wahr. Der RDA ist Mitglied im BTW und durch verschiedene RDA Experten im Präsidium, im PR-Ausschuss, im Reiseleiterprojekt und bei den Europabeauftragten des BTW vertreten.

Im Deutschen Tourismusverband e.V (DTV) sind die touristischen Organisationen in den Bundesländern organisiert und darüber mittelbar mehr als 6.000 touristisch relevante Städte und Gemeinden. Der DTV als Interessens- und Fachverband des öffentlichen Tourismus befasst sich mit allen Bereichen, die »Urlaub und Reisen« in Deutschland berühren. Der RDA ist kooperatives Mitglied im DTV und im Verkehrsausschuss vertreten.

Der AAC e.V., der Mitarbeiter/Innen aus den Reisebüros bis zur Abteilungs- und Büroleiterebene zu seinen Mitgliedern zählt, arbeitet als Fachverband außerhalb der Gewerkschaften. Der RDA unterstützt ITB- und RDA Workshop Fahrt des AAC und fördert den Erfahrungsaustausch zur Reisebürooffensive.

Alle Lobbyverbände machen sich für ihre heterogenen Interessen der Mitglieder stark: Politisch auf nationaler wie internationaler Ebene in Medien und Öffentlichkeit sowie gegenüber der Wirtschaft.
 
Der RDA – das Innovationsnetzwerk der Bustouristik
 
Der RDA ist die Branchenplattform für Ideen, Innovationen und praxisgerechte Lösungen. Die wichtigsten Schlüssel seines Erfolgs sind die nutzenorientierte Arbeitsphilosophie und der schlanke, unbürokratische Dienstleistungsbetrieb. Nähe zu den Mitgliedsbetrieben und permanenter Dialog sind seit über 50 Jahren grundlegende Basis der Verbandsleistungen.
 
Mitgliederstruktur des RDA
Die Mitgliederstruktur des RDA ist international ausgerichtet. Direkte Mitglieder sind 3.000 weltweit in die Bustouristik integrierte Unternehmen: Busunternehmen und Busreiseveranstalter, Incomer, Paketreiseveranstalter und Reisebüros. Fremdenverkehrsverbände und Marketingorganisationen, Hotellerie und Gastronomie, Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, Verkehrsträger und Busindustrie, Consultants und weitere touristische Dienstleister.
 
Aufgaben des RDA
·         Als Lobbyverband macht er sich für die heterogenen Interessen der Mitglieder stark: politisch auf nationaler wie internationaler Ebene sowie gegenüber Wirtschaft, Medien und Öffentlichkeit. Eine zielgerichtete Informations- und Kommunikationspolitik fördert das Image der Bustouristik.
 
·         Als Beratungs- und Serviceverband stärkt er die Wettbewerbsfähigkeit der Mitglieder. Diese können in Schlüsselbereichen (wie Recht, Steuer, Marketing und Betriebswirtschaft) auf kompetente und schnelle Beratung sowie Hilfestellung durch hoch qualifizierte Mitarbeiter, Experten und Berater zurückgreifen.
 
·         Als Fachverband offeriert er Wissenstransfer und Fortbildungsangebote zu aktuellen Themen der Bustouristik mit differenzierten Publikationen, Leitfäden und Seminaren der verbandseigenen RDA-Akademie.
 
Leistungen des RDA
·         Fach- und Branchentagungen
Mit Veranstaltungen in ganz Europa ist der RDA das Branchenforum für die gesamte Bustouristik. Wichtige Beispiele sind der jährliche "Tag der Bustouristik", Mitgliederversammlungen oder die RDA Studien- und Informationsreisen.
 
·         Der RDA-Workshop
Der RDA-Workshop ist die Einkaufs-Leitmesse der Bustouristik in Europa. Rund 1.400 Aussteller aus 40 Ländern stellen an drei Messetagen den rund 15.000 Fachbesuchern ihre bustouristischen Angebote vor.
 
·         Die Seminare der RDA-Akademie
Praxisnahe und kostengünstige Weiterbildungsmaßnahmen für Unternehmen der Bustouristik ist Kernkompetenz der RDA-Akademie. Vorbereitungsseminare des RDA-Workshops, Innovations- und Produktseminare und Seminare und Prüfungen zur Verbandsübergreifenden Reiseleiterqualifikation sind im Angebot.
 
·         Das RDA-Service-Center
Die zentrale Anlaufstelle für RDA Mitglieder hilft gemeinsam mit einem Expertenstab schnell und unbürokratisch. Lösungen und Stellungnahmen zu Rechts- und Steuerfragen. Fachinformation und -beratung zu Marktforschung, Marketing, Bustouristik und Betriebswirtschaft können abgerufen werden.
 
·         Das RDA-Service-Paket
Das RDA-Service-Paket enthält neben umfangreichen kostenlosen Beratungsleistungen, auch Praxisleitfäden, Fachbücher, und Publikationen wie den RDA-Marktforschungsbericht und das Bustouristik Jahrbuch. Vom Bundeskartellamt genehmigte AGB; Internetservices und verschiedene Werbemittel runden das Paket ab, das kontinuierlich aktualisiert und ausgebaut
 
 
 
 
 
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